Nordlicht ist weich und konstant, Südausrichtungen liefern dynamische Helligkeit und potenzielle Überhitzung. Osten schenkt Ihnen belebendes Morgenlicht, Westen warme Abendstimmung. Beobachten Sie Ihren Raum an mehreren Tagen und notieren Sie, wann Blendung oder Tiefenlicht auftreten. Diese Notizen bilden den Ausgangspunkt für Positionierung von Arbeitszonen, Spiegeln und transparenten Trennungen, damit Lichtwege nicht zufällig, sondern bewusst gestaltet werden.
Die Kunst liegt im Ausgleich: zu wenig Licht wirkt flach, zu viel punktuelle Leuchtdichte verursacht Stress. Setzen Sie diffuse Streuung ein, etwa über matte, helle Deckenflächen mit hohem Reflexionsgrad. Gezielte Abschattung per verstellbarer Lamellen lenkt Strahlen nach oben, während die Blickzone entspannter bleibt. So erhalten Sie angenehme Leuchtdichteverhältnisse, die Lesen, Arbeiten und Entspannen unterstützen, ohne an Helligkeit zu verlieren.
Prüfen Sie, wie Nachbarbauten, Bäume oder Balkone den Himmel verdecken. Ein schmaler Blickkorridor zum hellen Himmelsausschnitt bringt überraschend viel diffuse Beleuchtung. Fotografieren Sie den Ausblick zu verschiedenen Zeiten, markieren Sie Verschattungslinien, und nutzen Sie diese Erkenntnisse für die Platzierung von Sitzmöbeln und hoch reflektierenden Flächen. Kleine Verschiebungen von 30 bis 50 Zentimetern können dramatische Lichtgewinne erzeugen.