Beginne mit einem Lageplan und einer Kompass-App: Wo steigt die Sonne auf, wo trifft sie um 10, 14 und 18 Uhr auf die Fassaden? Osten belebt Frühstück und Schreibtisch, Süden liefert winterliche Wärme, Westen braucht Blend- und Wärmeschutz, Norden gibt ruhiges, gleichmäßiges Licht. Dokumentiere Beobachtungen über eine Woche und fotografiere Lichtkegel, um Muster zu erkennen und spätere Entscheidungen objektiver zu treffen.
Der Tageslichtfaktor hilft, die nutzbare Tiefe von Räumen zu bestimmen. Als grobe Daumenregel gilt: Bei üblichen Deckenhöhen bleibt angenehmes Arbeiten bis etwa das Zweifache der Fensterhöhe vom Glas entfernt. Strebe in Aufenthaltszonen einen Tageslichtfaktor von 2 Prozent oder mehr an, und kombiniere helle Decken mit lichtstreuenden Oberflächen, damit das Fensterlicht tiefer hineinreicht, ohne harte Kontraste zu erzeugen.
Schatten modellieren Flächen, schenken Ruhe und steigern die Lesbarkeit von Texturen. Plane gezielt diffuse Zonen neben konzentrierten Lichtkegeln, damit Augen entspannen können. Eine halbtransparente Gardine, ein außenliegender Screen oder eine Laibung mit Tiefe erzeugen feine Verläufe. So entstehen Ecken für Konzentration, andere für Gespräche, und das Wechselspiel macht den Tag erlebbar statt grell oder flach.